Udo Jürgens: „Mitten im Leben“ in Frankfurt

Udo Jürgens beweist bei seiner Mitten im Leben“-Show in der Frankfurter Festhalle seine Extraklasse. Am glänzenden Flügel mit roten Einstecktuch sorgt er rund zweieinhalb Stunden für beste Unterhaltung. Die ausverkaufte Festhalle empfängt ihn mit stehenden Ovationen. Am Ende sind sich alle einig: Allererste Sahne.

Udo Jürgens mit Esprit in der Frankfurter Festhalle

Frankfurt feiert einen begnadeten Chansonnier, Entertainer, Musiker und Komponist, der schon zu Lebzeiten eine Legende geworden ist und noch mit 80 Jahren „mitten im Leben“ steht. Und das merkt man: Udo Jürgens hat seinem Publikum nach mehr als 50 Jahren auf der Bühne noch immer was zu sagen. Der Musiker hat noch Esprit, er möchte mehr als nur Musik machen, er möchte Botschaften vermitteln.

Das wird besonders im ersten Teil der „Mitten im Leben“-Show deutlich, in dem er die sozialkritischen Lieder seines aktuellen Albums präsentiert. Im Lied „Der gläserne Mensch“ kritisiert er die Überwachung durch Staat und Internet, in „die rießengroße Gier“ die Profitgier von Banken und Großkonzerne. Im Song „Das Leben bist Du“ ruft er dagegen jeden einzelnen Bürger in der Gesellschaft zu mehr Verantwortung auf.

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In die Pause geht Udo Jürgens mit der zehnminütigen Sinfonie „Die Krone der Schöpfung“. Das Orchester Pepe Lienhard unterstreicht die Wucht des Meisterwerks. Der erste „WOW“-Moment raunt durch die Festhalle, Udo Jürgens bekommt den größten Beifall – was für ein Abgang!

Im zweiten Konzertteil die Klassiker

Nach der Pause kommt endlich der Entertainer raus. Und er spielt sie alle, die legendären Hits und Evergreens! „Griechischer Wein“, „17 Jahr, blondes Haar“, „Anoushka“, „Es wird Nacht Senorita“ und ein „Ich war noch niemals in New York“-Medley mit Dorothea Lorene und Kent Stetler.

Beim Hit-Medley aus „Ein ehrenwertes Haus“, „Aber bitte mit Sahne“ und „Mit 66 Jahren“ ist die Festhalle komplett aus dem Häuschen. Bei solch einem krachenden Finale hätte sich selbst der Rentner aus dem Odenwald, der Udo Jürgens wegen seines Songs „Der Mann ist das Problem“ angezeigt hatte und nun vor der Halle seine „Männersolidaritätdemo“ abhielt, wahrscheinlich in die Halle gewünscht.

Nun musste er auch das verblüffende Ende verpassen: Udo Jürgens bleibt dem Bademantel-Ritual zwar treu, spielt allerdings seine allerletzte Zugabe in Jeans und heraushängendem weißem Hemd. Es ist schon „Zehn nach Elf“ geworden und manch einer mag sich fragen, ob es vielleicht die letzte Tournee gewesen sein könnte. Aber wie singt es Udo Jürgens so schön? „Ich reiße keine Bäume mehr aus, aber ich werde welche pflanzen!“.

Wer Udo Jürgens unbedingt live sehen möchte, der bekommt bei seiner laufenden „Mitten im Leben“-Tour oder am 31. März 2015 beim Zusatzkonzert in der Frankfurter Festhalle die perfekte Gelegenheit dazu.

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